Individuelle Förderung bedeutet für uns, unseren SchülerInnen eine umfassende Entwicklung und Stärkung ihrer Persönlichkeit zu ermöglichen, die neben hoher fachlicher und methodi­scher Kompetenz durch ein positives Selbstkonzept, Gestaltungskraft, Initiativ- und Leistungsbereitschaft, Verantwortungsbereitschaft, Kooperationsfä­higkeit und Frustra­tionstoleranz gekennzeichnet ist.

Um unsere Schülerinnen und Schüler in diesem Sinne stark zu machen, arbeiten wir besonders in vier Bereichen:

Persönlichkeitsentwicklung

Um den Schülern vertraute Ansprechpartner sein zu können, legen wir Wert darauf, als Klassenlehrer wie als Fachlehrer über längere Zeit kontinuierlich mit Lerngruppen zu arbeiten. Die Zahl der Lehrerwechsel besonders in der Erprobungsstufe wird deshalb so eng be­grenzt wie möglich. In der Jahrgangsstufe 5 ist eine Klassenlehrerstunde für Soziales Lernen vorbehalten. Dort arbeiten wir nach dem Lions-Quest-Programm „Erwachsen werden“. Alle KlassenlehrerInnen haben sich in den vergangenen Jahren entsprechend fortgebildet. Das Wahlfach „Entwickeln und Gestal­ten“ wird von SchülerInnen der Klassen 5 und 6 belegt. Die im weitesten Sinne kreative Arbeit der Gruppen mündet in einer Präsentation am Schuljahresende, die über die Bandbreite der Schaffenskraft staunen lässt: Von Gesang und Orchestermusik, Kunstausstellungen und Theaterstücken bis hin zu artistischen Darbietungen zeigen die SchülerInnen, was in ihnen steckt. In der Projektwoche vor den Herbstferien wird in jedem Jahrgang ein anderer Schwerpunkt gesetzt. Das reicht vom Hineinwachsen in die Klassengemeinschaft im ersten Jahr bis hin zu sozialen Praktika in der Jahrgangsstufe 9.

fachliche und methodische Kompetenzen

Die Klassenarbeiten etwa in Mathematik oder Englisch verbinden wir auf einfache und verständliche Weise mit Förderempfehlungen. Dazu wird den Arbeiten eine kurze Rückmeldung angefügt, die Schwächen benennt, aber auch Entwicklungs­möglichkeiten aufzeigt. In unseren wöchentlichen Lernwerkstätten können Schüler der Klassen 6 bis 9 nach dem Motto „die Großen für die Kleinen“ mit freiwilligen Betreuern aus der Oberstufe an fachlichen Problemen arbeiten. Fachlehrer stehen als Berater bereit. In den Klassen 5 und später im ersten Jahr der Oberstufe findet jeweils ein Methodentraining statt. Damit diese keine isolierten Maßnahmen bleiben, gibt es ein Methodencurriculum, das den Erwerb fächerübergreifender Methoden aus den Bereichen Recherche, Texterschlie­ßung, Präsentation, Kooperation und Selbstorganisation sicherstellt.

Besondere Begabungen

Besonders begabt ist jeder – nur nicht in allen Bereichen. Um dem gerecht zu werden gibt es am Stiftsgymnasium ein breites Angebot an Arbeitsgemeinschaften von der Betreuung von Aquarium und Terrarium über die Junior-DomführerInnen bis hin zum Spannende Angebote in verschiedenen Fachbereichen mit z.T. wissenschaftlichem Anspruch bietet darüber hinaus das Xantener DenXte.

Ein besonderes Angebot für sprachbegabte Kinder ist FLinK (Französischund Latein in Kombination), ein Programm, das es ermöglicht, ab der Jahrgangsstufe 6 zugleich Französisch und Latein als zweite bzw. dritte Fremdsprache zu wählen.

Herausragend leistungsstarken Schülern ermöglichen wir die Weiterentwicklung durch die Teilnahme an anspruchsvollen Wettewerben, durch die Teilnahme am Unterricht eines Faches einer höheren Jahrgangsstufe oder auch das Überspringen eines Schuljahres.

Begleiten von Übergängen

Um den Fünftklässlern das Ankommen an der Schule zu erleichtern, werden sie besonders in der ersten Woche intensiv durch ihre Klassenlehrerinnen begleitet. Aus der Jahrgangsstufe 9 übernehmen jeweils zwei SchülerInnen die Patenschaft für eine neue Klasse. Die Englischlehrer eines neuen 5er-Jahrgangs treffen sich noch vor Unterrichtsbeginn mit ihren Kollegen aus den Grundschulen, um den Schulwechsel noch besser begleiten zu können. Im Rahmen der Erprobungsstufenkonferenzen der Lehrer der Klassen 5 und 6 wird die Entwicklung der Schülerinnen genau beobachtet, auch mit Unterstützung ihrer ehemaligen Klassenlehrerinnen aus der Grundschule. Um Wechsel vom und zum Stiftsgymnasium zu erleichtern, arbeiten wir eng mit unseren Nachbarschulen zusammen. Neben einem „kurzen Dienstweg“ bedeutet das auch die Möglich­keit von Unterrichtsbesuchen, wenn über einen Schulwechsel nachgedacht wird.